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Rede des Musikers Burghard Kühn (Blank)bei der aktuellen Stunde in der BVV vom 12. März 2008 zum Thema "Entwicklung der Kultur im Bereich des Zentrums von Alt-Pankow"; einberufen von den Grünen
Werte Abgeordnete, mein Name ist Burghard Kühn. Ich lebe seit 21 Jahren in Pankow, bin Berufsmusiker, Mitglied der Gruppe BLANK und habe mit dieser, aber auch im DUO mit Peter Gläser von der Gruppe Renft häufig im Cafe GARBÁTY musiziert.
Im GARBÁTY finden jährlich etwa 180 Veranstaltungen statt, davon sind mehr als zwei Drittel live-Konzerte. Hier traten namhafte Künstler aus aller Welt auf. Darunter der Australier DAVE HOLE, einer der weltbesten Slide-Gitarristen; T.M. STEVENS, langjähriger Bassist bei Joe Cocker, Tina Turner und James Brown oder auch der Musik-Kabarettist INGO INSTERBURG.
Der Bassist DOUG WIMBISH, der bereits bei Plattenproduktionen und Live-Touren der ROLLING STONES, von MADONNA und ANNIE LENNOX mitwirkte, erfuhr erst durch sein Gastspiel im GARBÁTY, dass in Berlin ein Stadtbezirk existiert, der den coolen Namen PANKOW trägt, wo er ein bunt gemischtes, anspruchsvolles, begeisterungsfähiges Publikum antraf.
Als Musiker, der sehr viel in den neuen Bundesländern unterwegs ist, kann ich einschätzen, dass ein Veranstaltungsort wie das GARBÁTY hier mittlerweile leider absoluten Seltenheitswert besitzt. Dabei kann es sich mit der Qualität und Quantität seiner Angebote auch jedem Vergleich mit länger etablierten Clubs der alten Bundesländer stellen.
In seiner donnerstäglichen Musikantenklub-Veranstaltungsreihe bietet das GARBÁTY Berliner Musikern eine unersätzliche Plattform, sich auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und zu erneuern.
Auch als Pankower hat das Cafe GARBÁTY für mich als Ort der Begegnung einen herausragenden Stellenwert. Außerhalb des S-Bahnringes ist es quasi der einzige „Jugendclub für über 30-Jährige“, der ein derart breitgefächertes Angebot mit Konzert-, Tanzveranstaltungen, Gesprächsrunden und Ausstellungen bereithält.
Wie hoch das Ansehen des GARBÁTY ist, zeigten gestern erneut etwa 400 Bürger, unter ihnen auch Musikerkollegen namhafter Gruppen wie KARAT, MONOKEL und ENGERLING, die morgens ab 8.00 Uhr gegen die Zwangsräumung demonstrierten.
Mehr als 3500 Bürger und Künstler haben inzwischen die Unterschriftensammlung für den Erhalt der Kulturstätte GARBÁTY unterzeichnet.
Die kulturelle Arbeit, die das GARBÁTY in den vergangenen 8 Jahren geleistet hat, ist eine wertvolle Bereicherung für Pankow. Pankow darf es sich nicht leisten, darauf zu verzichten. Ich bitte Sie daher, werte Abgeordnete, sich für ein, wie auch immer zu gestaltetes, Fortbestehen dieser Kulturstätte einzusetzen.
Mit einer Abwandelung des Berlin-Werbeslogans möchte ich mich verabschieden: BE BERLIN, BE PANKOW, BE GARBÁTY.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. 12.3.08 b.k.
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