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In der Januarausgabe 2007 von „Pankow heute“:

 

Leserbriefe unter folgender Überschrift:

Betr. Drohende Schließung des Garbáty

 

Mit großem Interesse habe ich Ihren Leitartikel und den Bericht zur Situation des Kulturcafes Garbaty im Pankower Zentrum gelesen. Ich wohne in Alt-Pankow. Abends herrscht hier eine ziemliche kulturelle Ödnis. Zwar gibt es bald einen schicken, aufgepeppten Shopping-Boulevard, geschmückt mit historisierenden Straßenlaternen. Aber nach 20 Uhr werden die Bürgersteige hoch geklappt. Pankow zum Schlafen und Shoppen ? – Pankow ohne kulturelles Profil, wenn man von einigen wenigen Galerien absieht? Wollen ehrgeizige Kommunalpolitiker Hand in Hand mit solventen Investoren Pankow tatsächlich zu einem „Zehlendorf des Nordens“ machen, wie manchmal zu lesen ist? – Stadtvillen in jede grüne Ecke quetschen? Eine Schlafstadt für Betuchte?

Es gibt längst kein Kino mehr mit einem anspruchsvollen Programm, was ich zu Fuß erreichen kann. Wo einst das berühmte „Tivoli“ war, verkauft jetzt „Lidl“. - Neue Pankower Lebensqualität. - Ich erinnere mich noch an die Ausstrahlung des ehemaligen Kreiskulturhauses Pankow – seit langem eine verlassene Immobilie.

Umso mehr habe ich mich gefreut, daß es seit 2000 in der kleinen Villa das Kulturcafe Garbaty gibt, was Wolfgang Spors zu einem Ort mit ganz eigenem Reiz gemacht hat, nicht aufgehübscht, aber mit Charme, mit günstigen Preisen und mit einem anspruchsvollen Programm. Und es trifft sich im Garbaty ein interessantes Publikum zwischen 16 und 60. Ich gehe gern spontan dort hin, wenn ich Lust habe zu reden oder zu tanzen, gezielter, um Konzerte zu besuchen, die mich neugierig machen.

Ich meine, Pankow braucht solche Orte. Und: Die Musikliebhaber kommen mittlerweile aus allen Teilen der Stadt ins Garbaty. Sogar Berlin-Touristen finden mitunter den Weg zu Konzert- highlights hierher in diesen lebendigen, unverwechselbaren Anziehungspunkt mitten in Pankow.

 

Verena Schwarz

 

Die Nachricht über die vom Pankower Bezirksamt geplante Schließung des „Café Garbáty“ ruft in mir Empörung und Unverständnis hervor.

Es geht hier um eine einzigartige Pankower Kultur- und Begegnungsstätte, die es unbedingt zu erhalten gilt.

Ich bin in Pankow geboren, hier zur Schule gegangen, meine Kinder sind in Pankow zur Welt gekommen und aufgewachsen. Wir leben hier sehr gern.

Schon als Jugendliche ging ich mit meinen Freunden gern ins Kulturhaus ?Erich-Weinert? zum Tanzen, allerdings musste man aufgrund begrenzter Möglichkeiten lange anstehen. Leider verfiel Pankow nach der Wende in einen sehr langen Dornröschenschlaf, während andere Bezirke bereits erwachten.

Um so mehr freute ich mich, als das ?Café Garbáty? in den alten Räumlichkeiten neu eröffnet wurde. Ein vielfältiges, kulturelles Angebot mit Musik unterschiedlichster Richtungen, Ausstellungen, Diskussionsabende, Barrevuen u.v.m. ziehen nicht nur Pankower an und endlich bietet sich wieder die Möglichkeit Tanzen zu gehen, auch für die Altersgruppe oberhalb der 25.

Hier trifft die Krankenschwester vom Krankenhaus ?Maria Heimsuchung? ihren Stationsarzt, der Student der FHTW in Blankenburg seinen ?Prof.?, der Pankower Feuermann den Handwerker, den er nach einem Unfall rasch ins Krankenhaus brachte, die alten Schulfreunde treffen ihren Zeichenlehrer, der inzwischen ein bekannter Galerist in Pankow geworden ist, der Wähler seinen Politiker, dem er seine Stimme gegeben hat oder auch nicht. Dies sind nur ganz wenige Beispiele derer, die sich hier am Feierabend treffen, um Musik zu hören, Ausstellungen anzusehen oder einfach nur den Abend bei angenehmen Gesprächen im ?Zweiten Wohnzimmer? ausklingen zu lassen.

Es stößt bei mir auf absolutes Unverständnis, warum eine solche Bereicherung für unseren Stadtbezirk einfach geschlossen werden soll.

 

Katrin Kroker

 

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